Kita-Neubau 2.0

31. Januar 2015 | Von | Kategorie: Neues aus der Gemeinde

Erneut muss Kita errichtet werden

Wegen weiter wachsender Einwohnerzahlen muss die Gemeinde erneut eine neue Kita errichten, weil der Platz in den vorhandenen Gebäuden nicht für alle kleinen Dallgower ausreicht.

Nach dem sich der Bürgermeister ewig ausgemehrt hat, konnte die Gemeindevertretung nun endlich auch die Baumaßnahme beschließen. Nur was den Standort anging, gab es unterschiedliche Auffassungen.

Unsere Fraktion war der Ansicht, dass sich die vorhandenen Standorte bewährt haben und die Erweiterung einer vorhandenen Einrichtung der richtige Weg gewesen wäre. Deswegen bevorzugten wir den Standort Finkenkruger Straße.

Doch leider waren die an der Vorbereitung beteiligten Bauämter nicht in der Lage, eine ausführliche Beratung – auch unter Einbeziehung des Dezernenten des Landkreises – durchzuführen. Stattdessen begnügte man sich mit dem Telefon. Am Ende gab es lediglich ein „Zu Befehl!“ auf kurze Auskünfte der oberen Behörde.

1. Beispiel Standort Finkenkruger Straße:
Hier hätten wir eventuell an ein schon vorhandenes Kita-Gebäude anbauen können. Die untere Baugenehmigungsbehörde in Nauen sagte dazu aber: „Nö, abgelehnt. Ihr müsst da erst einen Bebauungsplan machen!“ Obwohl dies fraglich ist, weil es ja schon ein Gebäude gibt, bedeutet die Erstellung eines Bebauungsplans einen Verzug von einem Jahr zuzüglich ein Jahr Bauzeit = 2 Jahre = zu spät!

2. Beispiel Standort Germanenstraße:
Hier hätte die Möglichkeit bestanden, auf dem großen Gelände der schon vorhandenen Kita weitere Modulbauten zu platzieren, um kurzfristig den Druck aus dem Gesamtvorhaben zu nehmen und um in Ruhe eine Gesamtlösung zu finden. Auch hier das Bauamt: „Nö. Erst muss mal die Geräuschbelastung durch die B5 auf die Kinder und durch die Kinder auf die Umgebung geprüft werden. Außerdem natürlich: Bebauungsplan!“

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
Seit Jahren schon stellen Gerichte fest, dass Geräusche, die von Kindern ausgehen kein Lärm sind. Und: wenn es denn ach schlimm ist, dass der Lärm von der B5 auf die Kinder in der Germanenstraße einwirkt, warum wird dann die vorhandene Einrichtung nicht geschlossen? Es verwundert schon, dass genau denselben Lärm schon anwesende Kinder ertragen können, währende er für zukünftige Kinder schädlich sein kann.

Jedenfalls dauert allein die Analyse der verschiedenen Lärmquellen und ihre Auswirkungen mind. drei Monate.

Auch das Argument, die Spielfläche würde verkleinert (Grüne) zieht nicht, denn die Gemeinde verfügt im direkten Anschluss an das Kitagelände über weitere Freiflächen auf denen man wunderbar eine neue oder zusätzliche Spielfläche hätte schaffen können. Das weiß man natürlich nur dann, wenn man sich mit den Gegebenheiten befasst.

Natürlich sehen auch wir die dringende Notwendigkeit, kurzfristig ein neues Kitagebäude zu errichten. Da ein weiterer Zeitverzug nicht mehr hinnehmbar war, haben auch wir mangels Alternative dem denkbar schlechtesten Standort in der Bahnhofstraße (Nähe Dallgow-Dorf) zugestimmt.

Denkbar schlecht deshalb, weil er entgegen den Darstellungen in der Ortspresse gerade nicht zentral liegt, nur über eine mehr oder weniger einspurige Straße (Bahnhofstraße) erreichbar ist und überdies an einer Stelle liegt, die Sackgassencharakter hat.

Nicht ohne Grund hatte unser Fraktionsvorsitzender Jörg Vahl in der Verwaltung nachgefragt, wie viele Kinder denn eigentllich in einem großzügig zu bemessenen Kreis um einen zukünftigen Kitastandort „Bahnhofstraße“ wohnen. Es waren 92, von denen allerdings schon so viele in bereits existierenden Kitas untergebracht sind, dass am Ende nur noch ca. 20 Kinder übrig bleiben. Die meisten Kinder, die in einer neuen Kita untergebracht werden müssten, wohnen jedoch in Neu-Döberitz und in der Triftsiedlung, bis zu 70.

Mal sehen, wann das Gerangel in der Bahnhofstraße losgeht. Wenn wieder viele Eltern (dieses Mal zu Recht) mit dem Auto ihre Kinder von der Triftsiedlung oder von Neu-Döberitz einmal quer durch den gesamten Ort auf die andere Seite bringen müssen. Nur kommt jetzt ein Schmankerl hinzu: diese Eltern werden nämlich auf dem selben Weg wieder zurück (zum Bahnhof) fahren, weil sie dann mit dem Zug nach Berlin wollen. Da könnte es in der Bahnhofstraße durchaus zu Streßsituationen mit denjenigen Eltern kommen, die ein wenig später ihre Kinder wegbringen. Freilich wischt die SPD dieses Problem mit der Bemerkung weg, bei REWE gebe es viel mehr Verkehr… Stimmt sogar! Aber bei REWE gibt es auch zweispurige Straßen, auf denen nicht geparkt wird.

Doch hier haben natürlich „die Guten“ schon weiter gedacht. Ihr Argument: dann werden eben die ohnehin schon wenigen Parkflächen eingeschränkt und dafür neue Parkbuchten geschaffen oder gleich die komplette Bahnhofstraße ausgebaut.
Jetzt dürfen Sie dreimal raten, wer das am Ende bezahlen soll…

Um es noch einmal zu wiederholen: am letzten Mittwoch blieb in der Gemeindevertretung gar nichts anderes mehr übrig, wegen des Handlungsdrucks anders zu entscheiden. Deshalb haben auch wir dem Standort „Bahnhofstraße“ zugestimmt.

Man hätte die Folgeprobleme am Standort Finkenkruger Straße aber nicht gehabt. Und wenn der Bürgermeister mal gehandelt hätte, anstatt seit April 2014 Däumchen zu drehen, hätten wir längst einen Bebauungsplan für die Finkenkruger Straße und wären dem Zeitdruck nicht ausgesetzt gewesen.

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