Die Investoren stehen Schlange

6. Mai 2015 | Von | Kategorie: Neues aus der Gemeinde

Eine neue Art des Baubooms zeichnet sich ab

Unsere Gemeinde ist ein sehr beliebter Wohnstandort. Waren es bisher meist Eigenheime, interessieren sich nun verstärkt auch Investoren für größere Projekte. Einige waren im letzten Bauausschuss. Ihre Vorstellungen lösten aber nicht immer Begeisterungsstürme bei den Kommunalpolitikern aus.

Dallgow-Döberitz – Für die Bahnhofstraße Ecke Seestraße stellte ein Vorhabenträger sein Projekt für seniorengerechtes und betreutes Wohnen vor. Denkbar ist hier die Kombination mit einer Kindertagesstätte. Das beabsichtigte Gebäude würde sich nahezu komplett in den vorhandenen Bebauungsplan einfügen und fand grundsätzlich breite Unterstützung.

Ganz anders fiel das Fazit für das Vorhaben in der Bahnhofstraße aus. Das bestehende Baurecht lässt eine Bebauung zu, wie sie schon in dem sogenannten bayerischen Viertel zu sehen ist. Dies sei nicht mehr zeitgemäß, meinen die Investoren. Nun soll eine Mischung aus Einfamilien- und Reihenhäusern entstehen. Dafür ist die Änderung des Bebauungsplans und damit die Zustimmung der Gemeindevertretung erforderlich. Die Stimmung im Bauausschuss zu dem ersten Entwurf lässt sich mit kritisch bis sehr kritisch zusammenfassen. Der CDU-Vorsitzende Ralf Böttcher forderte, dass sich zunächst die Fraktionen intensiv mit den Grundstücksgrößen von 180 – 350 Quadratmetern und den engen Straßen befassen sollten. Für ihn ist die Umsetzung des vorgestellten Entwurfs nicht vorstellbar. Der Bauausschuss folgte dem Rat und vertagte die Entscheidung in die nächste Sitzung am 2. Juni.

Große Bedenken gab es auch zu der vorgestellten Absicht, in der Blumenstraße hinter dem Wohnungsbau entlang der Germanenstraße gleich vier neue dreigeschossige Wohnhäuser mit je ca. 450 qm Wohnfläche zu errichten. Nach dem ersten Eindruck würde die Fläche mit der angestrebten Bebauung überfrachtet werden. Die Mitglieder des Bauausschusses konnten sich spontan lediglich einen Lückenschluss entlang der Blumenstraße vorstellen. Auch zu diesem Vorhaben ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Schon im April stellte ein Vorhabenträger eine Studie für das Areal zwischen Bahnhofstraße und Parkplatz auf der Südseite des Bahnhofs vor. Neben Gewerbe und Wohnungen besteht die Vorstellung, dort auch einen weiteren Markt ansiedeln zu wollen. Es bleibt abzuwarten, wie ernsthaft das Projekt weiterentwickelt wird.

Wie aus dem Bauamt schon vor mehreren Wochen berichtet wurde, gab es auch mal wieder Interesse an der Brachfläche zwischen Wilmsstraße und Nauener Straße. Ob und wie hier eine Entwicklung aussehen könnte ist allerdings noch völlig unklar.
Insgesamt ist jede Entwicklung in Richtung Wohnungsbau, auch mit seniorengerechtem oder barrierefreiem Wohnenraum wünschenswert. Wenn es zusätzlich gelingt, weitere Gastronomie und kleine Gewerbeeinheiten zu etablieren, könnte vor allem am Bahnhof ein tatsächlicher Ortskern entstehen. Allerdings ist das nötige Fingerspitzengefühl für eine ortsbildprägende Struktur unerlässlich.

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