Gute Bildung darf nicht zu einem Lippenbekenntnis verkommen

2. Oktober 2016 | Von | Kategorie: Neues aus der Gemeinde

filialschule_webDie CDU Dallgow-Döberitz fordert deutliche Verbesserungen bei der räumlichen Situation in der Filiale der Grundschule und im Hort ein. Die Gemeindevertretung tut sich mit einer dringend benötigten Entscheidung aber schwer.

In der Steinschneiderstraße sind elf Klassenzimmer im Neubau und weitere fünf im sogenannten Flachbau, der Baracke an der Ecke Wilmsstraße, vorhanden. Im Neubau werden sechs 1. Klassen und fünf 2. Klassen sowie im Flachbau fünf 3. Klassen unterrichtet. Die Klassenzimmer im Flachbau sind allerdings sehr beengt und werden überdies auch noch als Horträume genutzt. Ein Zustand, der nur mit Ausnahmegenehmigung und nur temporär erlaubt ist.

Sollte es in den Schuljahren 2017/18 oder 2018/19 erforderlich werden, erneut sechszügig einschulen zu müssen, würde mindestens ein Klassenzimmer fehlen. Schon heute wird Teilungsunterricht in Horträumen und der Unterricht von Inklusionskindern auf dem Flur abgehalten. Am Rande der letzten Sitzung der Gemeindevertretung meinte die Bauamtsleiterin, Sabine Kern, dass sei völlig in Ordnung so, weil die Flure doch schick seien.

Im Hort sieht die Situation nicht besser aus. Die fünf Räume im Flachbau werden von den 3. Klassen für Schule und Hort genutzt. Nach unserer Auffassung ist dieser Zustand nicht tragbar, weil die Kinder im Hortbetrieb durch die Möblierung als Klassenzimmer kaum Spiel- und Bewegungsfläche haben. In den sechs verfügbaren Räumen im Hortgebäude mit je ca. 54 Quadratmetern werden die elf 1. und 2. Klassen zusammengepfercht. Auch dieser Zustand ist absolut nicht tragbar.

Von der Dallgower Verwaltung wurde nun vorgeschlagen, die 3. Klassen im Hortgebäude zu unterrichten und das Gebäude nachmittags mit allen 350 Kindern zusätzlich als Hort zu nutzen. Der Flachbau soll abgerissen werden und es sollten dort zweigeschossig zehn neue Klassenzimmer und vier Teilungsräume entstehen.

Wie sich herausstellte, war dieser Vorschlag weder mit der Schule noch mit dem Hort abgestimmt. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Ralf Böttcher, hat sofort das Gespräch mit beiden Einrichtungen geführt und klar und unmissverständlich bestätigt bekommen, dass das nicht funktionieren kann. Und zehn neue Klassenzimmer reichen nicht aus. Diese könnten gerade den akuten Bedarf der Schule decken, wie der stellvertretende Bürgermeister zugab.

Petra Budke von den Grünen will nun zunächst einen längeren Diskussionsprozess über den Raumbedarf führen, also Zeit verstreichen lassen, die wir nicht haben. Dr. Maidhof von der SPD verlangt belastbare Zahlen aus dem Melderegister. Die wird er allerdings nicht bekommen können, weil auch das Melderegister heute nicht Auskunft geben kann, wie viele Kinder morgen nach Dallgow ziehen werden.

Für die Dallgower CDU bleibt die Forderung nach 15 neuen Räumen bestehen. Dann  würden für momentan 16 Klassen und 16 Hortgruppen künftig 32 Räume zur Verfügung stehen. Damit könnte die Forderung des Bildungsministeriums erfüllt werden und endlich eine räumlich angemessene Bildungsatmosphäre geschaffen werden.

Immerhin sind wir froh, wie Ralf Böttcher meinte, dass auch die Gemeindevertreter der anderen Fraktionen wenigsten den Ernst der Lage erkannt haben. Letztlich wurde doch beschlossen, dass der Flachbau abgerissen und an dieser Stelle neu gebaut wird. Als Ersatz für die Klassenzimmer aus dem Flachbau wird zunächst ein Gebäude aus gemieteten Containern für die Dauer der Bauzeit errichtet.

Kommentare sind geschlossen

%d Bloggern gefällt das: